Buzz-, Opinion-, Seeding-, Viralwortgewitter.

5 09 2009 …6



Ein wichtiger Grundsatz für glaubwürdige Berichterstattung in Blogs ist Transparenz. Und noch wichtiger ist meiner Meinung nach eine verständliche Sprache.

Was nützen die tollsten Phrasen, wenn der Leser erst einmal ein Wörterbuch bemühen muss, um das ihm vorgesetzte Buzz-, Opinion-, Seeding-, Viralwortgewitter zu verstehen.

Sicher manche Wörter, Sätze und Wortkombinationen haben sich etabliert. Wie zum Beispiel virales Marketing. Das macht ja auch irgendwo noch Sinn.

Aber Dinge wie:

“Mit unserer bunten Community aus Trendsettern und Opinion Leadern bringen wir neue Produkte online und offline ins Gespräch.”

oder

“Als Ambassador tragen Sie entscheidend dazu bei, dass unsere Seeding-Strategie ein erfolgreicher Buzz der Viral Marketing Kampagne ist!”

Watt? Das alles nur, damit es sich irgendwie nach Web 2.0 Coolness liest.

Das dies alles auch erfolgreich und verständlich geht, zeigt mal wieder Trigami. Die Schweizer schaffen es mit deutlicher Sprachwahl, ihr Konzept an den Mann und an die Frau zu bringen.

“Produkte ins Gespräch bringen mit Blog-Marketing. Nutzen Sie den Einfluss von Bloggern als Meinungsmacher des digitalen Zeitalters. Im Rahmen einer Trigami-Kampagne identifizieren wir die besten Blogger Ihrer Branche. Diese helfen Ihnen Ihr Produkt noch bekannter zu machen…”

“An Kampagnen teilnehmen & Honorar verdienen. Advertiser schreiben Kampagnen aus, um Marketing für innovative Produkte zu betreiben. Das macht nicht nur Spass, sondern bringt dank unserem Geschäftsmodell auch ein Honorar…”

Sie sagen ohne viel Tamtam und Buzzgedöns was sie bieten und was sie wollen. Warum schaffen das andere nicht?

Ich behaupte, 40% Prozent der anvisierten Kundschaft geht verloren, weil die Sätze einfach nicht verstanden werden oder als dummes Zeug abgetan werden. Und weil von den Verfassern dieser Sätze wohl davon ausgegangen wird, dass die Werbebeauftragten einer Firma mindestens genauso hip und cool sind wie die Verfasser solcher Sätze.

Wenn man mal ehrlich ist, sind es in der Tat auch nur aufgeblähte Worthülsen.

Sicher, der gute Wille dahinter und die angesprochene Webcoolness mag ja alles sein, ist ja auch in Maßen nicht verkehrt. Aber warum nicht so schreiben, dass potentielle Kunden das auch verstehen?

Letztendlich soll der Kunde angesprochen werden und er, nur er soll verständlich die Botschaft bekommen, die er bekommen soll. Wozu dann also dieses Blendwerk auffahren? Um sich toll zu fühlen, den Besuchern der eigenen Webseite suggerieren, das man “es drauf hat”?

Ein Viralwortgewitter von Buzzing, Overflow, Opinion Leadershipment und ausgesuchten strategischen empowering Tacticts Orientations für ihr Produkt behind Customers and Word of Mouth Monsters – und nicht zu vergessen with Twitter Intergration!

Das ist meines Erachtens eher langweilig und zum großen Teil überflüssig.

Untereinander im Gespräch oder in Fachblogs und Fachseiten, Foren etc., die nur das gleiche Publikum haben, ist das alles Ok, aber wenn ich andere “fremde” damit erreichen will, was dann?

Ich habe nichts gegen Anglizismen und Fremdwörter, benutze sie ja auch selber. Aber sie sollten so gewählt werden, dass sie im Zusammenhang der Aussage auch verstanden werden.

Wir leben in Deutschland und reden deutsch. Dann können wir auch deutsch schreiben, oder nicht? Also tun wir es!

Werbung macht Meinung. Aber Werbung macht manches Mal auch ziemlich dumm. Und das muss nicht sein. Und nur weil eine Firma mal mit „Buzz“ angefangen hat, macht es die unkreative Webherde nach. Genauso wie jetzt alle krampfhaft und eher peinlich den Erfolg der Barack Obama Kampage kopieren.

Wie war das? Deutschland, Land der Dichter und Denker.

Dann macht endlich eigene Texte und denkt mal wieder mehr über diese eigenen Texte nach.

Und he, Word of Mouth ist auch nur Mund zu Mund Propaganda und ein Meinungsmacher hört sich zudem einfach besser an, als Opinion Leader.

Nur meine Meinung. Und nun zerfleischt mich, weil ich mich “Blog-Evangelist” nenne. ;-)


Tags: , , , , , ,


  1. [...] dazu hier. Share this on del.icio.usShare this on FacebookTweet This!Add this to Google BookmarksAdd this to [...]

  2. Scheint so, als hätten dich die Onlinebotschafter/dot-friends angemailt?! Ich wage da nämlich zu bezweifeln, dass die Geschäftsführung überhaupt weiß, was Viralmarketing, bzw. ein Blog überhaupt ist!

  3. Scheint so, als hätten dich die Onlinebotschafter/dot-friends angeschrieben. Ich wage bei denen überhaupt daran zu glauben, dass die Geschäftsführung überhaupt versteht, was da geschrieben wird. So wie es mir vorkommt, wissen sie nicht einmal richtig, was Seeding, Viralmarketing oder überhaupt ein Blog ist.

  4. [...] dazu hier. « Geld verdienen mit Blogs. Schlagworte/Tags Buzz, Dumm, opinion, Schwafelei, Trigami, [...]

Zufallsartikel

693 - Twitter!
Twitter RSS LastFM