
Ein Smartphone ist keine Science-Fiction mehr
Noch vor wenigen Jahren dachte man »wenn man so etwas wie den Tricorder aus der TV-Serie und den Filmen Enterprise besitzen würde, dann wäre das eine tolle Sache!«
Science-Fiction? Heute nicht mehr!
Es heißt zwar nicht Tricorder sondern Smartphone und das bedeutet nichts anderes als schlaues Telefon. Doch dieses Telefon – nennen wir es fortan Smartphone – ist mehr und vor allem es kann mehr. Es ist eine clevere »Allzweckwaffe«, die so gut wie jedes Kommunikationsbedürfnis abdeckt.
Das mobile Internet ist längst praxistauglich geworden. Surfen, twittern, googlen, Facebook, E-Mails lesen und beantworten. Das ist alles mittlerweile der normale Alltag. Es geht immer weiter und die Auswirkungen dieses Massenmarktes auf die Gesellschaft und das Internet sind nicht vollständig vorauszusehen oder abzuschätzen. Nur eines ist ziemlich sicher. Mit einem Smartphone wird vieles einfacher.
Ein Smartphone ist heute realer Alltag
Ein Smartphone [ˈsmɑːtˌfəʊn] ist heute realer Alltag. Es vereint den Leistungsumfang eines Mobiltelefons mit dem eines Personal Digital Assistants (PDA). Die meisten Smartphones sind schlanker als PDAs ausgeführt und liegen wie ein gewöhnliches Mobiltelefon in der Hand. Smartphones sind eine Untergruppe der Electronic Organizer und verfügen daher über eine PIM-Funktionalität.
Dank einer immer größer werdenden Funktionsfülle lassen sich moderne Smartphones je nach Ausstattung u. a. nutzen als:
- Kommunikationszentrale (Mobiltelefon, Webbrowser, E-Mail, SMS, MMS, gelegentlich auch Fax)
- Personal Information Manager (PIM) mit Adressbuch, Terminkalender, Aufgabenliste, Notizbuch, Geburtstagsliste etc. mit Abgleich mit einer Desktop-Applikation
- Diktiergerät
- Datenspeicher
- Medienfunktionen mit MP3-Player, Radio, Videoplayer, Bildbetrachter, einfacher Foto- und Videokamera
- Taschencomputer (beispielsweise Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, PDF-Reader, Taschenrechner etc.)
- Funk-Modem für den PC
- Navigation mit Navigationssystem und Landkarten
- Videospiel
Die Geschichte des Smartphones
Vorreiter der Smartphone-Systeme war PEN/GEOS 3.0 des Herstellers GeoWorks im weltweit ersten Smartphone, der Nokia Communicator-Serie. Nokia wechselte später auf einen anderen Prozessor für die Communicator-Reihe 92×0, 9300, 9300i und 9500 und bildete hierzu eine Allianz mit Psion und dessen EPOC-System, um Symbian OS zu entwickeln. Wenig bekannt ist, dass Palm, der spätere Entwickler des Palm OS, seinen ersten Software Marktauftritt innerhalb von PEN/GEOS 2.0, der frühen PDAs Zoomer und HP Omnigo 100/120 hatte.
Der boomende Smartphone-Markt wird aktuell von Apple mit dem iPhone und dem Blackberry von Research in Motion (RIM) bestimmt. Aber auch andere Hersteller kommen schnell mit immer neuen Geräten und Variationen nach vorne. Der Endbenutzer (User) entscheidet letztendlich ob das Gerät Erfolg hat und somit die Firma, die die Geräte herstellt. Die bekanntesten Marken sind.
- Apple
- Blackberry
- Nokia
- Palm (Hewlett Packard)
- HTC
- LG
- Samsung
- Sony Ericsson
Alleskönner Smartphone
Smartphones sind also:
- Mini-Computer.
- Unterhaltungsgeräte mit denen man Musik hören kann.
- Tragbare Mini-Kinos mit denen Filme und Videos betrachten kann.
- E-Mail, Internet, Facebook, Twitter und Co. Sind für Smartphones kein Problem.
- Spiele mit einer beachtlichen Qualität und Detailfülle lassen sich flüssig spielen.
- Die eigene Position und der Standort kann mittels GPS und Google Maps einfach ermittelt werden.
- Im Auto kann das Smartphone als Navigator dienen.
- Termine, Notizen, Text und Tabellen samt Abgleich mit dem heimischen Rechner oder dem im Büro, stellen für das Smartphone keinerlei Problem dar.
- Smartphones nehmen Filme auf und machen Fotos.
- Adress- und Telefonbuch, Terminkalender, Taschenrechner und Notiz- oder Diktierfunktion sind im Smartphone integriert.
- SMS oder MMS verschicken ist kein Problem.
- Smartphones können untereinander Informationen austauschen.
- Smartphones können durch die sogenannten »Apps« (von engl. »application« = Anwendung) mit Funktionen erweitert werden.
- Zu allem Überfluss kann man damit sogar noch telefonieren.
Tipps zum Umgang mit dem Smartphone
- Wer mit dem Smartphone und auch einem »normalen« Handy im Internet unterwegs sein will, sollte dringend darauf achten, dass das UMTS unterstützt und darüber verfügt.
- Idealer und besser ist HSDPA. Das garantiert die momentan schnellste Verbindung. Somit kann mit den Endgeräten beim mobilen Surfen DSL-Geschwindigkeit erreicht werden. Hierbei ist allerdings Vorsicht geboten. Man sollte dringend auf den Mobilfunktarif achten, sonst kann es schnell ein teures Vergnügen werden.
- Es ist anzuraten, einen einen Vertrag mit Internetflatrate zu nehmen, denn viele der Apps (Zusatzprogramme) können nur mit einer permanenten Verbindung ins Netz arbeiten. Sie wählen meist automatisch eine Internetverbindung an, ohne dass der Besitzer des Smartphones es merkt.
- Gerade auch während des Urlaubs im Ausland, kann das schnell einige hundert oder gar tausend Euro werden, wenn das Smartphone dort ohne es zu wissen im Internet ist.
- Daten-Roaming, das bedeutet der Datenaustausch im Hintergrund sollte in fremden Mobilfunknetzen abschaltbar sein.
Die aktuellen und beliebten Smartphones
- Apple iPhone 3GS
- Apple iPhone 4
- Motorola Milestone
- HTC HERO
- HTC Desire
- Nokia N97
- RIM BlackBerry Storm2 9520
- Palm Pré
- Samsung 5230 Star
- Sony Ericsson Xperia X10
- Apple iPhone 4
Angaben ohne Gewähr. Subjektive Auswahl
Welches Smartphone passt zu mir?
Moderne Smartphones erfüllen die Grundstandards. Die Entscheidung für das »richtige« Smartphone will wohl überlegt sein.
Nicht jedes Modell wird auch allen Ansprüchen gerecht.
Als Faustregel könnte man folgende 5 Punkte anführen.
- Ausstattung
- Bedienung
- Optik
- Preis
- Vertrag / Anbieter
Provider Mobilfunkanbieter Deutschland
Elvi, maxxim, BigSim, congstar, discosurf, Moobiair, Funkster, Fioon, fast SIM, Simply data, Surfpink, Tismobi
Mc Sim, Surfred, Bildmobil, N24, Prosieben, Moblack, Moobicent, Quickster
- O2
Fonic, Surfblue, hello mobil, discoPLUS, Moobiair, Klarmobil, Tschibo
- Eplus
Base, Simyo, Blau, Surfgreen
Was ist: GPS, HSDPA, UMTS, W-LAN, USB, QWERTZ
- GPS (Global Positioning System) – Navigationssystem, das auf einem Satellitensystem basiert.
- HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) – Datenübertragungsverfahren beim Mobilfunk, ermöglicht Internetverbindungen auf schnellem Niveau.
- Qwertz-Tastatur – Damit ist eine Volltastatur gemeint, bei der es für jeden Buchstaben eine eigene Taste gibt. Abgeleitet ist der Name von den ersten sechs Buchstaben der obersten Buchstabenreihe auf der Tastatur.
- Touchscreen – Sensorbildschirm, bei dem durch Berührung des Bildschirms der Programmablauf direkt gesteuert werden kann.
- UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) – Mobilfunkstandart mit hohen Übertragungsraten
- USB – Universal Serial Bus – System zur Verbindung von externen Geräten mit einem Computer. Daten lassen sich so zwischen den Geräten austauschen.
- W-LAN (Wireless Local Area Network) – Lokales Funknetz, mit dem eine Internetverbindung möglich ist.
Smartphone Betriebssysteme
Am Markt haben sich aktuell mehrere Betriebssysteme für Smartphones etabliert:
- Symbian OS
- BlackBerry, von RIM (Research in Motion): proprietäres System mit Schwerpunkt auf unternehmensweite E-Mail-Integration mit Pushtechnologie
- Mac OS X in einer angepassten Form im Apple iPhone
- Windows Phone 7 und der Vorläufer Windows Mobile, beide von Microsoft
Linux in verschiedenen Ausgestaltungen:
- Android, von Google entwickelt
- webOS, von Palm
- Maemo, von Nokia initiiert
- Mobilinux, von MontaVista
- Openmoko
- bada, von Samsung
Smartphone Applikationen: Kostenlos und populär
Applikation (von lateinisch applicare, „anlehnen, sich anschließen“) steht für: Anwendungssoftware, ein Computerprogramm, das eine für den Anwender nützliche Funktion ausführt.
Applikationen »Apps«
Je nach Bedarf kann man das Smartphone mit Zusatzprogrammen, die es im Internet je nach Marke variierenden so genannten »Stores« zu kaufen gibt. Es gibt kostenlose Apps und kostenpflichtige Apps. Lobenswert ist es wenn es Light bzw. Demoversionen von kostenpflichtigen Apps gibt. Somit kann man erst einmal testen, ob einem die App zusagt, bevor man sie zum Vollpreis mit gesamtem Umfang kauft.
Populäre Apps sind zum Beispiel:
- Wetter
- Nachrichten
- Börsenkurse
- Währungsrechner und Umrechnungen aller Art
- Sport wie Fußball oder Formel 1
- Flug- und Bahnverbindungen
- Facebook, Twitter und weitere soziale Netzwerke
Das Smartphone und die Ausstellung im Museum
Zum Beispiel hat das San Francisco Museum of Modern Art (SFMOMA) zum 75 Geburtstag am 18 Januar einen Schritt in Richtung Multitasking gemacht. Den Museumsbesuchern wurden iPod Touch Geräte ausgehändigt, auf denen sie einen Mix aus Bildern, Interviews, Videos und Grafiken zu 200 Exponaten als weiterführenden Information abrufen konnten.
Das Dallas Museum of Art (DMA) hat seine Smartphone-Tour Anwendung ebenfalls gestartet. Die Smartphone Touren sind ein Ergebnis von über einem Jahr Arbeit.
Die Smartphone-Touren werden als mobile Webanwendung unter http://dallasmuseumofart.mobi/ bereitgestellt und funktionieren auf jedem Web-fähigen Gerät. Egal ob Blackberry, iPhone, Palm Pré, G1 oder weitere Geräte. Was auch immer gewünscht wird, wird als kostenloser Inhalt bereitgestellt. Sei es Audio, Video oder Bilder. Wer kein Smartphone besitzt bekommt vom Museum ein Gerät gestellt.Ebenso Kopfhörer für das eigene Gerät.
Die Smartphone Museum Tour ist nur ein Beispiel, die Anwendungen sind so vielfältig, dass sie hier den Rahmen sprengen würden.
Ein Smartphone ist der allwissende Begleiter
Man wird immer und überall den Begleiter in Form von einem Smartphone mit sich führen:
- Das Smartphone weiß alles.
- Das Smartphone kennt sich aus, und wenn nicht schaut es nach.
- Das Smartphone weiß wo es und sein Besitzer gerade sind. Dank GPS kein Problem.
- Das Smartphone gibt unsere aktuellen Meinungen und Gefühle via Twitter in Form von 140 Zeichen in die Welt.
- Das Smartphone generiert neue “Freunde” in Facebook.
- Das Smartphone macht Schnappschüsse, die sogleich im Internet auf verschiedenen Social Media Plattformen betrachtet werden können.
- Das Smartphone macht uns stetig erreichbar und gibt und das Gefühl stetig erreichbar sein zu müssen.
Einzig ein beherzter Druck auf den »Power Off« Schalter trennt uns von der virtuellen Welt.
Doch Internet und Realität verschmelzen mehr und mehr zu einer untrennbaren Einheit, einer Symbiose, der man sich nur schwer entziehen kann, in Teilen wird man gar gezwungen sie einzugehen. Denn immer mehr wird auf die Verknüpfung Mobilität, Internet und Mensch gebaut.
Es ist vollkommen egal, ob man sich im Café, auf dem Bahnhof, im Supermarkt, im Museum oder mitten im Park befindet. Das Smartphone ist der moderne Kompass und Sextant, der uns gleich einem Seefahrer durch die Informationsfluten lotst. Diese Art sich relativ zielsicher durch die virtuelle und reale Welt zu bewegen und immer neues zu entdecken, oder neue Anforderung und Herausforderungen zu finden, bringt täglich neue mehr oder minder brauchbare Applikationen hervor.
Die Welt wird greifbar, unabhängig davon wo man sich befindet. Machbar mit einem kleinem Gerät, dass vor einigen Jahren noch als Science-Fiction galt und heute ganz normal als Smartphone bezeichnet wird. Dem schlauen, kleinen Begleiter der wenige Hundert Gramm wiegt und eine Menge Wissen und Hilfe dank der Symbiose Mensch, Gerät und Internet bietet.
Illustration / Foto MOMWORX